Trotz der Abschwächung der Inflation verfolgt die russische Zentralbank weiterhin lediglich einen vorsichtigen Lockerungskurs und hat den Leitzins nur von 16,5% auf 16% gesenkt. Der jährliche Anstieg der Verbraucherpreise lag im November 2025 laut russischer Statistikbehörde Rosstat bei 6,6%, nach 9,5% im Dezember 2024. Nach Angaben der Zentralbank schrumpfte die Inflationsrate bis Mitte Dezember auf rund 5,8% und dürfte bis zum Jahresende unter 6% bleiben – der geringste Wert seit mehr als fünf Jahren.
Seit Juni 2025 senkte die Zentralbank den Leitzins schrittweise von 21% auf zuletzt 16%. In der Anfang Dezember veröffentlichten Analystenumfrage der Zentralbank rechnen die Teilnehmer für 2026 im Jahresdurchschnitt mit einer Inflationsrate von 5,5%, für Dezember 2026 mit 5,1%.
Zentralbankchefin Elwira Nabiullina verwies darauf, dass der Inflationsverlauf in den kommenden Monaten maßgeblich durch die Mehrwertsteuererhöhung um zwei Prozentpunkte ab dem 1. Januar 2026 sowie durch die Indexierung von Wohn- und Energiekosten beeinflusst werde. Die Zentralbank rechnet deshalb Anfang 2026 mit einem temporären Anstieg der Inflation. Zudem seien die Inflationserwartungen zuletzt leicht gestiegen, was laut Nabiullina eine nachhaltige Abschwächung des Preisanstiegs erschweren könne. Die Zentralbank betont, dass sie eine restriktive Geldpolitik für einen längeren Zeitraum beibehalten werde und Zinssenkungen nicht „auf Autopilot“ erfolgen sollen.
Seit Juni 2025 senkte die Zentralbank den Leitzins schrittweise von 21% auf zuletzt 16%. In der Anfang Dezember veröffentlichten Analystenumfrage der Zentralbank rechnen die Teilnehmer für 2026 im Jahresdurchschnitt mit einer Inflationsrate von 5,5%, für Dezember 2026 mit 5,1%.
Zentralbankchefin Elwira Nabiullina verwies darauf, dass der Inflationsverlauf in den kommenden Monaten maßgeblich durch die Mehrwertsteuererhöhung um zwei Prozentpunkte ab dem 1. Januar 2026 sowie durch die Indexierung von Wohn- und Energiekosten beeinflusst werde. Die Zentralbank rechnet deshalb Anfang 2026 mit einem temporären Anstieg der Inflation. Zudem seien die Inflationserwartungen zuletzt leicht gestiegen, was laut Nabiullina eine nachhaltige Abschwächung des Preisanstiegs erschweren könne. Die Zentralbank betont, dass sie eine restriktive Geldpolitik für einen längeren Zeitraum beibehalten werde und Zinssenkungen nicht „auf Autopilot“ erfolgen sollen.
Steigende Staatsausgaben, wachsende Defizite
Neben der Geldpolitik beeinflusst die fiskalische Entwicklung die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zunehmend. Vorläufige Daten des Finanzministeriums zeigen, dass die Ausgaben des russischen Bundeshaushalts im Zeitraum Januar bis November 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 12,5% gestiegen sind. Nach der im November aktualisierten Haushaltsplanung soll das Defizit im laufenden Jahr rund 5,7 Bio. Rubel, mehr als 60 Mrd. Euro, oder 2,6% des BIP betragen. Das Forschungsinstitut der finnischen Zentralbank, BOFIT, weist jedoch darauf hin, dass im Dezember erhebliche Ausgabenkürzungen notwendig wären, um das geplante Defizit einzuhalten, die bislang nicht erkennbar sind. BOFIT geht daher davon aus, dass das Haushaltsdefizit 2025 noch höher ausfallen dürfte als geplant.
Für 2026 sieht der russische Haushaltsentwurf lediglich einen nominalen Anstieg der Staatsausgaben um etwa 4% vor, was real einer Stagnation entspricht. In den vergangenen Jahren wurden die Haushaltspläne jedoch mehrfach im Jahresverlauf angepasst. Die weitere Entwicklung der Staatsfinanzen bleibt laut BOFIT unter anderem von den Ölpreisen und den Fördermengen abhängig.
Vor diesem Hintergrund fordert der russische Unternehmerverband RSPP eine schnellere Lockerung der Geldpolitik. RSPP-Präsident Alexander Schochin erklärte vor der Zinsentscheidung am 19. Dezember, bei einer Inflation von unter 6% sei ein Leitzins von über 16% sehr hoch. Zugleich betonte er, dass Zinssenkungen allein die Kredit- und Liquiditätsprobleme der Unternehmen nicht lösen würden. Laut RSPP-Umfragen berichten rund 40% der Unternehmen über Zahlungsausfälle von Geschäftspartnern: der höchste Wert seit 2021. Nach der Zinssenkung auf 16% bezeichnete Schochin die Entscheidung als erwartbar, sprach sich jedoch für ambitioniertere Schritte bei künftigen Sitzungen aus.
Für 2026 sieht der russische Haushaltsentwurf lediglich einen nominalen Anstieg der Staatsausgaben um etwa 4% vor, was real einer Stagnation entspricht. In den vergangenen Jahren wurden die Haushaltspläne jedoch mehrfach im Jahresverlauf angepasst. Die weitere Entwicklung der Staatsfinanzen bleibt laut BOFIT unter anderem von den Ölpreisen und den Fördermengen abhängig.
Vor diesem Hintergrund fordert der russische Unternehmerverband RSPP eine schnellere Lockerung der Geldpolitik. RSPP-Präsident Alexander Schochin erklärte vor der Zinsentscheidung am 19. Dezember, bei einer Inflation von unter 6% sei ein Leitzins von über 16% sehr hoch. Zugleich betonte er, dass Zinssenkungen allein die Kredit- und Liquiditätsprobleme der Unternehmen nicht lösen würden. Laut RSPP-Umfragen berichten rund 40% der Unternehmen über Zahlungsausfälle von Geschäftspartnern: der höchste Wert seit 2021. Nach der Zinssenkung auf 16% bezeichnete Schochin die Entscheidung als erwartbar, sprach sich jedoch für ambitioniertere Schritte bei künftigen Sitzungen aus.
Rüstungsboom trifft Zivilstagnation
Die Abschwächung des russischen Wirtschaftswachstums im Jahr 2025 geht mit einer deutlich zweigeteilten Produktionsentwicklung einher. Laut Rosstat stieg das reale Bruttoinlandsprodukt von Januar bis September 2025 im Jahresvergleich nur noch um 1%.
Das Forschungsinstitut der finnischen Zentralbank BOFIT hebt hervor, dass das verbleibende Wachstum nahezu vollständig auf die rüstungsbezogenen Wirtschaftszweige zurückzuführen ist. BOFIT hat einen eigenen Index für militärnahe Produktionsbereiche berechnet, der drei Branchen des verarbeitenden Gewerbes sowie militärbezogene Dienstleistungen umfasst. Demnach lag die Produktion dieser Sektoren 2025 fast 60% über dem Niveau von 2021. Im gleichen Zeitraum stieg die Produktion der übrigen, zivilen Wirtschaftszweige lediglich um rund 4%.
BOFIT beschreibt die Entwicklung als strukturell gespalten: Während militärnahe Industrien weiter expandieren, stagnieren oder schrumpfen viele zivile Branchen. Gleichzeitig sind zahlreiche Wirtschaftszweige durch Arbeitskräftemangel gekennzeichnet, die Produktionskapazitäten sehen die Finnen als weitgehend ausgelastet. Die Löhne sind stark gestiegen, ebenso die Preise für Produktionsmittel. Diese Faktoren begrenzen nach Einschätzung von BOFIT die Möglichkeit, in den kommenden Jahren ein hohes Wirtschaftswachstum zu erreichen.
Quellen: Ostwirtschaft.de (DE), BOFIT (EN), Kommersant (RU)
Das Forschungsinstitut der finnischen Zentralbank BOFIT hebt hervor, dass das verbleibende Wachstum nahezu vollständig auf die rüstungsbezogenen Wirtschaftszweige zurückzuführen ist. BOFIT hat einen eigenen Index für militärnahe Produktionsbereiche berechnet, der drei Branchen des verarbeitenden Gewerbes sowie militärbezogene Dienstleistungen umfasst. Demnach lag die Produktion dieser Sektoren 2025 fast 60% über dem Niveau von 2021. Im gleichen Zeitraum stieg die Produktion der übrigen, zivilen Wirtschaftszweige lediglich um rund 4%.
BOFIT beschreibt die Entwicklung als strukturell gespalten: Während militärnahe Industrien weiter expandieren, stagnieren oder schrumpfen viele zivile Branchen. Gleichzeitig sind zahlreiche Wirtschaftszweige durch Arbeitskräftemangel gekennzeichnet, die Produktionskapazitäten sehen die Finnen als weitgehend ausgelastet. Die Löhne sind stark gestiegen, ebenso die Preise für Produktionsmittel. Diese Faktoren begrenzen nach Einschätzung von BOFIT die Möglichkeit, in den kommenden Jahren ein hohes Wirtschaftswachstum zu erreichen.
Quellen: Ostwirtschaft.de (DE), BOFIT (EN), Kommersant (RU)