- Entwicklung des russischen Telekommarkts
- Marktführer MTS und Verfolger Megafon
- Problemkind Beeline und Aufsteiger T2
- Telefoniemarkt gesättigt
- 5G lässt auf sich warten
- Mobilfunknetz fällt zurück
- Investitionen auf niedrigem Niveau
- Teurer als Deutschland
- Kurs auf digitale Ökosysteme
- Mobilfunk-Revival durch Messenger-Sperre
Lange galt Russland beim Mobilfunk als Vorzeigeland. Zumindest in den Ballungsräumen waren die Netze gut ausgebaut, preiswert und bildeten das Rückgrat einer boomenden Internetwirtschaft. Doch ohne 5G kann das russische Netz international nicht mithalten. Der Markt ist gesättigt, viele Nutzer verzichteten zuletzt sogar ganz auf Mobilfunkanrufe und nutzten nur noch die beliebten Messenger – bis die Behörden diese Funktion vor einigen Wochen sperrten. Die vier großen Mobilfunkanbieter investieren derweil seit Jahren wenig in ihre Netze und suchen stattdessen nach neuen Wachstumsmöglichkeiten mit digitalen Ökosystemen.
Entwicklung des Russischen Telekommarkts
Der russische Markt für Telekommunikation belief sich im vergangenen Jahr auf knapp über 2 Bio. Rubel (21 Mrd. Euro), 6,2% mehr als 2023. Das berichtet die russische Internetbank T-Bank in ihrer Marktstudie, die sich auf Daten des Beratungsunternehmens TMT Consulting stützt. Laut dem Digitalministerium ist der Markt um 7,8% auf 2,1 Bio. Rubel (22 Mrd. Euro) gewachsen. Zur Einordnung: Der deutsche Marktführer, die Deutsche Telekom, erzielte 2024 auf dem Heimatmarkt einen Umsatz von 25,7 Mrd. Euro. Den gesamten deutschen Telekommarkt schätzte der Verband Bitkom auf 73,3 Mrd. Euro. Das russische Marktvolumen entspricht dem des Apothekenmarkts, der im vergangenen Jahr 2 Bio. Rubel groß war. Die schnell wachsende Softwarebranche hat 2024 laut dem Branchenverband Russoft allein im Inland fast 2 Bio. Rubel erlöst, 28% mehr als im Vorjahr.
Das mit Abstand größte Segment des russischen Telekommarkts ist der Mobilfunk. Auf ihn entfielen im vergangenen Jahr 60% des Branchenumsatzes. Das Segment wird von den Diensten für Privatverbraucher (B2C) dominiert, die für 70% der Mobilfunk-Umsätze sorgten. Nach Angaben des Digitalministeriums machte der B2C-Mobilfunk 46,1% des gesamten Telekommarkts aus. Auf die Festnetztelefonie entfallen noch 6% der Umsätze, kaum halb so viel wie auf DSL- und Kabelinternet (13,2%).
Marktführer MTS und Verfolger Megafon
Der größte russische Mobilfunkanbieter MTS steigerte seine Erlöse im vergangenen Jahr um 16% auf 704 Mrd. Rubel (7,2 Mrd. Euro), was einem Marktanteil von einem Drittel entsprach. Der Nettogewinn belief sich auf 51,3 Mrd. Rubel (527 Mio. Euro).
Der 1993 gegründete Mobilfunkanbieter liegt auch nach der Zahl der Kunden vorn, mit 82,4 Mio. Abonnenten im vergangenen Jahr. Die Schwelle von 80 Mio. Abonnenten hatte das Unternehmen bereits 2010 überschritten. Mehrheitseigentümer von MTS ist mit 42% der Aktien der Mischkonzern AFK Sistema des Milliardärs Wladimir Jewtuschenko. Der Anteil der an der Börse handelbaren Aktien von MTS liegt bei 50,04%.
Der 1993 gegründete Mobilfunkanbieter liegt auch nach der Zahl der Kunden vorn, mit 82,4 Mio. Abonnenten im vergangenen Jahr. Die Schwelle von 80 Mio. Abonnenten hatte das Unternehmen bereits 2010 überschritten. Mehrheitseigentümer von MTS ist mit 42% der Aktien der Mischkonzern AFK Sistema des Milliardärs Wladimir Jewtuschenko. Der Anteil der an der Börse handelbaren Aktien von MTS liegt bei 50,04%.
Die Nummer zwei ist Megafon mit 486 Mrd. Rubel (5 Mrd. Euro) Umsatz und 78 Mio. Kunden im vergangenen Jahr. Gegenüber 2023 stiegen die Erlöse um 9,4%, der Nettogewinn betrug 45 Mrd. Rubel (462 Mio. Euro).
Das Unternehmen war nach seiner Gründung 1993 zunächst als regionaler Anbieter in St. Petersburg tätig, betrat 2001 den Moskauer Markt und wurde kurz darauf unter dem heutigen Namen russlandweit tätig. Bis 2018 war Megafon an der Börse gelistet, heute gehört es zu 100% der USM Holding des russischen Multimilliardärs Alischer Usmanow.
Das Unternehmen war nach seiner Gründung 1993 zunächst als regionaler Anbieter in St. Petersburg tätig, betrat 2001 den Moskauer Markt und wurde kurz darauf unter dem heutigen Namen russlandweit tätig. Bis 2018 war Megafon an der Börse gelistet, heute gehört es zu 100% der USM Holding des russischen Multimilliardärs Alischer Usmanow.
Problemkind Beeline und Aufsteiger T2
Der nach Umsatz drittgrößte Anbieter ist VimpelCom mit seiner Mobilfunkmarke Beeline. Im vergangenen Jahr setzte es knapp 311 Mrd. Rubel (3,2 Mrd. Euro) um, 2,4% mehr als 2023, und erwirtschaftete einen Nettogewinn in Höhe von 18,7 Mrd. Rubel (192 Mio. Euro), wie das IT-Portal CNews berichtet.
Anders als seine Konkurrenten verliert Beeline seit Jahren Kunden. Ihre Zahl ging zwischen 2021 und 2023 um fast 5 Mio. zurück. 2023 hatte das Unternehmen nach eigenen Angaben noch 44,1 Mio. Abonnenten. Seitdem hat Beeline nur noch selektiv Kennzahlen veröffentlicht und auch keine Angaben zu den Nutzern gemacht.
Das 1992 gegründete Unternehmen war bis zum Management-Buy-out im Jahr 2023 Teil der niederländischen Holding VEON, die zum Firmenimperium des russischen Milliardärs und Eigentümers der Alfa-Bank Michail Friedman gezählt wurde. Branchenkenner gehen davon aus, dass Friedmans Holding Alfa-Group weiterhin großen Einfluss auf VimpelCom ausübt, wie das IT-Portal CNews schreibt.
Tele2 war traditionell der kleinste der Großen Vier. 2024 steigerte der Mobilfunkanbieter seinen Umsatz um 11% auf knapp 274 Mrd. Rubel (2,8 Mrd. Euro), wie das Portal TAdviser erfuhr. 2022 und 2023 berichtete Tele2 von 48,1 Mio. Abonnenten, Angaben für das vergangene Jahr machte es nicht.
Das Unternehmen wurde 2003 vom schwedischen Telekomkonzern Tele2 gegründet. Als dieser sich zehn Jahre später aus Russland zurückzog, ging es an die Staatsbank VTB und den heutigen alleinigen Eigentümer Rostelekom über. Seit der Umbenennung in T2 im vergangenen Jahr ist auch der alte Name Geschichte. Die Konzernmutter Rostelekom erlöste im vergangenen Jahr 780 Mrd. Rubel (8 Mrd. Euro), wobei in dieser Summe auch der Umsatz von T2 enthalten ist. Damit bleibt der Staatskonzern das umsatzstärkste Telekomunternehmen Russlands. Sein Nettogewinn betrug 24,1 Mrd. Rubel (248 Mio. Euro).
Anders als seine Konkurrenten verliert Beeline seit Jahren Kunden. Ihre Zahl ging zwischen 2021 und 2023 um fast 5 Mio. zurück. 2023 hatte das Unternehmen nach eigenen Angaben noch 44,1 Mio. Abonnenten. Seitdem hat Beeline nur noch selektiv Kennzahlen veröffentlicht und auch keine Angaben zu den Nutzern gemacht.
Das 1992 gegründete Unternehmen war bis zum Management-Buy-out im Jahr 2023 Teil der niederländischen Holding VEON, die zum Firmenimperium des russischen Milliardärs und Eigentümers der Alfa-Bank Michail Friedman gezählt wurde. Branchenkenner gehen davon aus, dass Friedmans Holding Alfa-Group weiterhin großen Einfluss auf VimpelCom ausübt, wie das IT-Portal CNews schreibt.
Tele2 war traditionell der kleinste der Großen Vier. 2024 steigerte der Mobilfunkanbieter seinen Umsatz um 11% auf knapp 274 Mrd. Rubel (2,8 Mrd. Euro), wie das Portal TAdviser erfuhr. 2022 und 2023 berichtete Tele2 von 48,1 Mio. Abonnenten, Angaben für das vergangene Jahr machte es nicht.
Das Unternehmen wurde 2003 vom schwedischen Telekomkonzern Tele2 gegründet. Als dieser sich zehn Jahre später aus Russland zurückzog, ging es an die Staatsbank VTB und den heutigen alleinigen Eigentümer Rostelekom über. Seit der Umbenennung in T2 im vergangenen Jahr ist auch der alte Name Geschichte. Die Konzernmutter Rostelekom erlöste im vergangenen Jahr 780 Mrd. Rubel (8 Mrd. Euro), wobei in dieser Summe auch der Umsatz von T2 enthalten ist. Damit bleibt der Staatskonzern das umsatzstärkste Telekomunternehmen Russlands. Sein Nettogewinn betrug 24,1 Mrd. Rubel (248 Mio. Euro).
Telefoniemarkt gesättigt
Die Wachstumsraten des Telekommarkts liegen seit Jahren unter der Inflation, die 2024 offiziell mit 9,52% beziffert wurde. Das Wachstum im Mobilfunksegment um 7,1% im vergangenen Jahr verdankt sich hauptsächlich den gestiegenen Preisen, bemerkt deshalb die T-Bank. Die traditionellen Wachstumsmotoren der Telekombranche sind erschöpft, der Markt ist seit Jahren gesättigt, konstatiert auch das Beratungsunternehmen Delovoy Profil. So hat jeder Bewohner Russlands im Schnitt mehr als zwei SIM-Karten, neun von zehn Haushalten sind an das Internet angeschlossen. Zudem sinken die Einnahmen aus den klassischen Bereichen Telefonie und SMS, weil sich die Kommunikation in die Messenger verlagert.
In der Vergangenheit ließ der Übergang von 3G auf 4G den Markt wachsen, doch inzwischen ist auch hier das Potenzial erschöpft. Im Oktober 2024 hatte 4G russlandweit einen Anteil von 96,5% am mobilen Datenverkehr, vier Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor, berichtete die Netzmonitoring-Firma Vigo.
In der Vergangenheit ließ der Übergang von 3G auf 4G den Markt wachsen, doch inzwischen ist auch hier das Potenzial erschöpft. Im Oktober 2024 hatte 4G russlandweit einen Anteil von 96,5% am mobilen Datenverkehr, vier Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor, berichtete die Netzmonitoring-Firma Vigo.
5G lässt auf sich warten
Auf Wachstumsimpulse durch 5G muss die russische Telekombranche weiterhin verzichten. Die aktuelle Mobilfunkgeneration, die in Deutschland bereits 2019 eingeführt wurde, befindet sich in Russland noch im Anfangsstadium. Bisher gibt es 5G-Netze nur als Pilotprojekte, zum Beispiel auf Firmengeländen. Im laufenden Jahr werden die Anbieter mit dem modernen Netzwerkstandard insgesamt 50 Mrd. Rubel (0,5 Mrd. Euro) erlösen, schätzt Delovoy Profil.
Die breite Einführung von 5G scheitert auch daran, dass die Sicherheitsorgane die besten Frequenzbereiche für sich beanspruchen. Außerdem besteht ein Mangel an 5G-Ausrüstung, der nicht nur sanktionsbedingt ist. So hat die russische Regierung der Branche den Einsatz heimischer Technik vorgeschrieben. Ihre Entwicklung hat nach 2022 zwar an Fahrt aufgenommen. Eine erste russische 5G-Basisstation hat die Industrie allerdings erst im Sommer 2025 hervorgebracht. Bei der sonstigen Ausrüstung konnte die Branche das Defizit, das nach dem Rückzug der westlichen Anbieter entstanden ist, durch eigene Entwicklungen und Parallelimporte bewältigen, stellte Megafon im Frühjahr 2024 fest. Nach Angaben des Unternehmens habe man so für 50% der westlichen Technik Alternativen gefunden. Der Rest betreffe überwiegend die 3G-Netze, die ohnehin veraltet seien.
Die breite Einführung von 5G scheitert auch daran, dass die Sicherheitsorgane die besten Frequenzbereiche für sich beanspruchen. Außerdem besteht ein Mangel an 5G-Ausrüstung, der nicht nur sanktionsbedingt ist. So hat die russische Regierung der Branche den Einsatz heimischer Technik vorgeschrieben. Ihre Entwicklung hat nach 2022 zwar an Fahrt aufgenommen. Eine erste russische 5G-Basisstation hat die Industrie allerdings erst im Sommer 2025 hervorgebracht. Bei der sonstigen Ausrüstung konnte die Branche das Defizit, das nach dem Rückzug der westlichen Anbieter entstanden ist, durch eigene Entwicklungen und Parallelimporte bewältigen, stellte Megafon im Frühjahr 2024 fest. Nach Angaben des Unternehmens habe man so für 50% der westlichen Technik Alternativen gefunden. Der Rest betreffe überwiegend die 3G-Netze, die ohnehin veraltet seien.
Mobilfunknetz fällt zurück
Ohne 5G sind der Entwicklung der russischen Mobilfunknetze Grenzen gesetzt. Zwar erhöhte sich ihre durchschnittliche Geschwindigkeit in den vergangenen fünf Jahren um mehr als 50% auf rund 37 Megabit pro Sekunde (Mbps), wie Daten des internationalen Branchendienstes Speedtest belegen. Laut der Telekom-Strategie der Regierung soll der Wert bis 2030 auf 60 Mbps steigen. Im internationalen Vergleich ist das russische Netz jedoch abgehängt worden. Laut dem Ranking „Speedtest Global Index“ lag Russland im August auf dem 90. Platz unter 103 verglichenen Ländern. Deutschland belegte mit etwas über 70 Mbps einen Platz im Mittelfeld (Platz 55), während die Netze in den USA und China mit 154 Mbps (Platz 14) und 165 Mbps (Platz 11) mehr als doppelt so schnell waren. Der deutsche Vorsprung gegenüber Russland verdankt sich insbesondere dem 5G-Netz, in dem die durchschnittliche Downloadgeschwindigkeit im vergangenen Jahr bei 144 Mbps lag.
Investitionen auf niedrigem Niveau
Eine Investitionsoffensive, um dem russischen Netz wieder auf die Sprünge zu helfen, ist bisher ausgeblieben. Erst 2024 erreichten die Investitionen der Telekomunternehmen in ihre Infrastruktur wieder das vorpandemische Niveau von knapp 300 Mrd. Rubel (3 Mrd. Euro), teilte Digitalminister Maksut Schadajew mit. Davon flossen 209 Mrd. Rubel (2,15 Mrd. Euro) in die Mobilfunknetze, 21% mehr als 2023. Delovoy Profil schätzt in seinem Branchenbericht, dass die gesamten Telekom-Investitionen im vergangenen Jahr um 15% auf 350 Mrd. Rubel (3,6 Mrd. Euro) gestiegen sind.
Unklar ist, was Digitalminister Schadajew mit der behaupteten Erholung auf ein Vorkrisenniveau im Blick hat. Für 2022 hatte das Digitalministerium von Investitionen in Höhe von 350 Mrd. Rubel berichtet, umgerechnet 3,7 Mrd. Euro. Den Rückgang um 23,7% gegenüber 2021, als es 458 Mrd. Rubel (4,7 Mrd. Euro) waren, erklärte das Ministerium primär mit dem Weggang der skandinavischen Großausrüster Nokia und Ericsson. Stärker waren die Investitionen zuletzt in der globalen Finanzkrise 2009 gesunken, als sie um 37% auf 148 Mrd. Rubel einbrachen. Das entsprach immer noch mehr als 3,3 Mrd. Euro, wenn man den Jahresdurchschnittskurs von 44,18 Rubel pro Euro zugrunde legt. 2019 und 2022 beliefen sich die Netzinvestitionen laut der Statistik des Digitalministeriums auf 419 Mrd. Rubel (4,3 Mrd. Euro) und 405 Mrd. Rubel (4,16 Mrd. Euro).
Unklar ist, was Digitalminister Schadajew mit der behaupteten Erholung auf ein Vorkrisenniveau im Blick hat. Für 2022 hatte das Digitalministerium von Investitionen in Höhe von 350 Mrd. Rubel berichtet, umgerechnet 3,7 Mrd. Euro. Den Rückgang um 23,7% gegenüber 2021, als es 458 Mrd. Rubel (4,7 Mrd. Euro) waren, erklärte das Ministerium primär mit dem Weggang der skandinavischen Großausrüster Nokia und Ericsson. Stärker waren die Investitionen zuletzt in der globalen Finanzkrise 2009 gesunken, als sie um 37% auf 148 Mrd. Rubel einbrachen. Das entsprach immer noch mehr als 3,3 Mrd. Euro, wenn man den Jahresdurchschnittskurs von 44,18 Rubel pro Euro zugrunde legt. 2019 und 2022 beliefen sich die Netzinvestitionen laut der Statistik des Digitalministeriums auf 419 Mrd. Rubel (4,3 Mrd. Euro) und 405 Mrd. Rubel (4,16 Mrd. Euro).
Teurer als Deutschland
Daten der Statistikbehörde Rosstat zeigen, dass die Mobilfunkanbieter ihre Preise in Krisenzeiten stärker anheben als der Rest der Wirtschaft. Nimmt man das Preisniveau von Januar 2019 als Ausgangspunkt, machten die Mobilfunkpakete zwischen Februar und Juni 2020 einen Teuerungssprung von 20% auf 33% gegenüber dem Basiswert. Der allgemeine Verbraucherpreisindex stieg im selben Zeitraum von 3,5% auf 5,6%. Der zweite Preisschub bei den Mobilfunkpaketen begann im Frühjahr 2022 und dauerte mindestens bis Herbst 2024. So weit reichen die Daten im Branchenbericht von T-Bank. In diesem Zeitraum stieg der Mobilfunk-Preisindex von 41% auf 136%, während der allgemeine Preisindex zwischen März 2022 und Oktober 2024 von 19,8% auf 52,3% zulegte. Für Dezember 2024 meldete Rosstat einen Anstieg der Mobilfunkpreise um 14% im Jahresvergleich, was deutlich über der Inflationsrate von rund 9% lag.
Die übermäßige Teuerung der Mobilfunkpreise hat sich auch 2025 fortgesetzt. Im Juli lagen die Preise laut Rosstat 13,9% höher als vor einem Jahr. Im Schnitt zahlten russische Abonnenten im 1. Halbjahr 1156 Rubel, umgerechnet 12 Euro, pro Monat für ihren Mobilfunkvertrag, ermittelte die Sberbank.
Die russischen Mobilfunkpreise haben mittlerweile das Niveau von Deutschland erreicht, wo sie in den vergangenen Jahren unterhalb der Inflationsrate gestiegen sind. Laut dem Vergleichsportal Check24 kostete ein Handytarif mit 15–20 Gigabyte Datenvolumen im vergangenen Jahr durchschnittlich rund 10 Euro pro Monat. 2020 waren es 18 Euro.
Die russischen Mobilfunkpreise haben mittlerweile das Niveau von Deutschland erreicht, wo sie in den vergangenen Jahren unterhalb der Inflationsrate gestiegen sind. Laut dem Vergleichsportal Check24 kostete ein Handytarif mit 15–20 Gigabyte Datenvolumen im vergangenen Jahr durchschnittlich rund 10 Euro pro Monat. 2020 waren es 18 Euro.
Kurs auf digitale Ökosysteme
Die Branche sucht stattdessen nach Wachstumsmöglichkeiten außerhalb der Netze. Die größte Hoffnung setzen die Anbieter in die digitalen Ökosysteme, erklärt Delovoy Profil. Besonders schnell wachsen die Teilbereiche Cloud-Dienste, Internet der Dinge (IoT), Cybersicherheit und Finanztechnologien (Fintech). Auf diese Geschäftsfelder entfiel im vergangenen Jahr zusammen rund ein Viertel des Gesamtumsatzes der Telekombranche, also rund 500 Mrd. Rubel, 5,3 Mrd. Euro, schätzen die Analysten. Das waren 20% mehr als 2023. Das größte Potenzial sieht Delovoy Profil bei IoT und Cloud-Diensten, deren Umsätze von geschätzt 200 und 300 Mrd. Rubel im laufenden Jahr (2 und 3 Mrd. Euro) auf 800 bzw. 900 Mrd. Rubel (8,2 und 9 Mrd. Euro) steigen könnten.
Beispielsweise erzielte der Marktführer MTS laut Geschäftsbericht 2024 mehr als ein Viertel (26%) seines Umsatzes mit digitalen Ökosystemen. Das Volumen lag bei 184 Mrd. Rubel, umgerechnet fast 1,9 Mrd. Euro. Der Bereich sei im 4. Quartal um 22% gegenüber dem Vorjahreszeitraum gewachsen, erklärt das Unternehmen. Am schnellsten wächst das Segment AdTech, also Werbetechnologien, zu denen insbesondere eine eigene Werbeplattform gehört. Hier steigerte MTS im vergangenen Jahr seine Umsätze um 58% auf knapp 59 Mrd. Rubel (0,6 Mrd. Euro).
Beispielsweise erzielte der Marktführer MTS laut Geschäftsbericht 2024 mehr als ein Viertel (26%) seines Umsatzes mit digitalen Ökosystemen. Das Volumen lag bei 184 Mrd. Rubel, umgerechnet fast 1,9 Mrd. Euro. Der Bereich sei im 4. Quartal um 22% gegenüber dem Vorjahreszeitraum gewachsen, erklärt das Unternehmen. Am schnellsten wächst das Segment AdTech, also Werbetechnologien, zu denen insbesondere eine eigene Werbeplattform gehört. Hier steigerte MTS im vergangenen Jahr seine Umsätze um 58% auf knapp 59 Mrd. Rubel (0,6 Mrd. Euro).
Mobilfunk-Revival durch Messenger-Sperre
Am 13. August sperrte die russische Medien- und Internetaufsicht Roskomnadsor die Sprach- und Videoanrufe über die beiden beliebtesten Messengerdienste in Russland, Telegram und WhatsApp, das zum US-Konzern Meta gehört, der in Russland als „extremistisch“ eingestuft ist. Die Behörde begründete die Maßnahme mit dem Schutz der Bürger vor Betrügern.
Russland geht seit einigen Jahren verstärkt gegen Telefonbetrug vor. Anrufe innerhalb des Landes werden mittels des Kontrollsystems „Antifraud“ durchleuchtet, weshalb Betrüger bevorzugt aus dem Ausland und über die Messenger anrufen, berichtete das Wirtschaftsportal RBC im Herbst 2024. Die Internetaufsicht Roskomnadsor brachte deswegen eine Sperrung der Anrufe über ausländische Messenger ins Spiel. Ende 2024 stammten laut dem Mobilfunkanbieter Megafon und dem Moskauer IT-Sicherheitsintegrator Informsaschita 40% der Messenger-Anrufe von Betrügern. Drei Jahre zuvor hatte der Anteil unter 1% gelegen. In 70% der Fälle riefen die Betrüger aus dem Ausland an.
Bereits drei Monate bevor Roskomnadsor Mitte August zur Tat schritt, hatten die vier Mobilfunkkonzerne von sich aus nach einer Sperrung von Anrufen über die ausländischen Messenger gerufen, wie Medien aus Regierungskreisen erfuhren. Neben dem Betrugsproblem führten sie auch sinkende Einnahmen aufgrund des Booms der Messenger-Anrufe ins Feld. Diese sind meist in den Datenpaketen der Kunden enthalten. Die in der Regel pro Minute abgerechneten Anrufe über das Mobilfunknetz sind hingegen rückläufig. Laut dem Digitalministerium sank ihr Volumen von 2022 bis 2024 um fast 10% auf 388 Mrd. Minuten.
Ende August, zwei Wochen nach dem Verbot der Messenger-Anrufe, stiegen die Nutzung des Mobilfunks für Telefonate um 15-20%, berichtete der Branchendienst TelecomDaily, und damit die Preise für die Kunden. Wegen der höheren Belastung der Netze könne es zu Verbindungsproblemen kommen, erklären die Analysten. TelecomDaily schätzt, dass die Rückkehr zu Mobilfunk-Telefonaten zu einem Anstieg der Telekom-Ausgaben bis Jahresende um rund 7% führen wird. Teurer werden vor allem Gespräche mit anderen russischen Städten und dem Ausland. In den vergangenen 15 Jahren haben sich die Mobilfunknutzer aber auch daran gewöhnt, innerhalb derselben Stadt über Messenger anzurufen, erklärt das Fachportal ComNews.
Russland geht seit einigen Jahren verstärkt gegen Telefonbetrug vor. Anrufe innerhalb des Landes werden mittels des Kontrollsystems „Antifraud“ durchleuchtet, weshalb Betrüger bevorzugt aus dem Ausland und über die Messenger anrufen, berichtete das Wirtschaftsportal RBC im Herbst 2024. Die Internetaufsicht Roskomnadsor brachte deswegen eine Sperrung der Anrufe über ausländische Messenger ins Spiel. Ende 2024 stammten laut dem Mobilfunkanbieter Megafon und dem Moskauer IT-Sicherheitsintegrator Informsaschita 40% der Messenger-Anrufe von Betrügern. Drei Jahre zuvor hatte der Anteil unter 1% gelegen. In 70% der Fälle riefen die Betrüger aus dem Ausland an.
Bereits drei Monate bevor Roskomnadsor Mitte August zur Tat schritt, hatten die vier Mobilfunkkonzerne von sich aus nach einer Sperrung von Anrufen über die ausländischen Messenger gerufen, wie Medien aus Regierungskreisen erfuhren. Neben dem Betrugsproblem führten sie auch sinkende Einnahmen aufgrund des Booms der Messenger-Anrufe ins Feld. Diese sind meist in den Datenpaketen der Kunden enthalten. Die in der Regel pro Minute abgerechneten Anrufe über das Mobilfunknetz sind hingegen rückläufig. Laut dem Digitalministerium sank ihr Volumen von 2022 bis 2024 um fast 10% auf 388 Mrd. Minuten.
Ende August, zwei Wochen nach dem Verbot der Messenger-Anrufe, stiegen die Nutzung des Mobilfunks für Telefonate um 15-20%, berichtete der Branchendienst TelecomDaily, und damit die Preise für die Kunden. Wegen der höheren Belastung der Netze könne es zu Verbindungsproblemen kommen, erklären die Analysten. TelecomDaily schätzt, dass die Rückkehr zu Mobilfunk-Telefonaten zu einem Anstieg der Telekom-Ausgaben bis Jahresende um rund 7% führen wird. Teurer werden vor allem Gespräche mit anderen russischen Städten und dem Ausland. In den vergangenen 15 Jahren haben sich die Mobilfunknutzer aber auch daran gewöhnt, innerhalb derselben Stadt über Messenger anzurufen, erklärt das Fachportal ComNews.